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Nauholz lebt:  Neue Anekdoten

Neue alte Anekdoten aus Nauholz
 
Euter-Schrecken
 
Eine aus einer fernen Stadt eingeheiratete Frau fremdelte mit dem landwirtschaftlich geprägten Alltag in Nauholz.
Ihr zukünftiger Ehemann zeigte ihr beim Hofrundgang auch den Kuhstall.Der etwas etepetete veranlagten Neu-Bäuerin war besonders die Tätigkeit des Melkens nicht so ganz geheuer.Als der Verlobte ihr diese erfolgreiche Behandlung des Kuheuters zur Milchgewinnung zeigte, war für die Dame endgültig klar, wer den Melkjob in Zukunft zu übernehmen habe:„Ich pack‘ das Gebammel nicht an!“  
 
Coole Biker
 
Hoffmanns Helmut war ein begnadeter und begeisterter Kraftfahrer. Wie viele junge Nauholzer liebte er das flotte Fahren vom Mofa bis zum schweren Bock – Hauptsache mobilisiert unterwegs.
Als er einmal seinen Vater Wilhelm auf dem Sozius seines Mopeds mit nach Netphen nahm und auf dem Marktplatz vor Borns Haus eine gewagte Schleuderbremsung hinlegte, kam Helmut an seine fahrerischen Grenzen. Vater Wilhelm fiel vom Rücksitz auf den Boden.
!
Den hilfsbereit-besorgt herbeieilenden Netphern entgegnete Wilhelm beiläufig cool:
„Wadd wodd ihr da? So schdieje mir ömmr app!“

Die Nauholzer Enklave

Enklave bezeichnet ein Gebiet, das zu einer Gemeinde gehört, obwohl es von einer anderen Kommune umschlossen oder abgetrennt und entfernt ist. Das Gebiet um den Lahnhof gehört z.B. zu Nenkersdorf, obwohl Walpersdorf dazwischen liegt.
Auch Nauholz hatte eine Enklave: Die „Waldheimer“ aus Benfe!
Heute ist sie eine normale Vorortstraße mit netten Einfamilienhäusern, sauberen Vorgärten und etwas Nebenerwerbslandwirtschaft – die „Waldheimer Straße“ in Benfe.
Bis 1968 gehörte sie zur Gemeinde Nauholz und wurde dann der Gemeinde Benfe- heute ein Erndtebrücker Ortsteil - zugeschlagen.
Die „Waldheimer“ mussten zum Wählen stets nach Nauholz ins Schülchen kommen. Dort traf man sich zu einem Schwatz, ansonsten hatte man entfernungsbedingt wenig miteinander zu tun.
Bennersch Anni kennt noch einen Spott-Vers:
Althaus, Stöcker, Sicks -
Weiter gibt’s auf Benfe nix.
Nur oben unterm letzten Dach
wohnt der Lehrer Werthenbach.
Annis Mutter, die allseits beliebte Bennersch Selma, stammte von Werthebachs auf der Benfe ab. Ach so: Wenig miteinander zu tun!


Dead deer running - dä Hirsch am Owwernäuer 

„Dead man walking“ ist ein feststehender Begriff in Amerika und bezeichnet zum Tode verurteilte Kandidaten , welche zur Hinrichtungsstätte laufen müssen.
Der Spruch kam einem in den Sinn, als Heipels Robert beim Biertrinken aufm Brämchen folgendes Jagdabenteuer erzählte:
Auf Jagd im Nauholzer sah Robert, der jahrzehntelang schon aktive Jagdaufseher, drei Hirsche auf ihm bekannten Pfaden. Man kennt nicht nur die Schweine am Gang. Den weiteren Weg der Tiere vorausahnend, fuhr der gewitzte Nimrod zu einem günstig gelegenen Hochsitz und erwartete das Wildtrio schussbereit.
Da!!! Wie erwartet näherten sich die 3 Hirsche, angeführt von einem stattlichen Kronen-10er.
Ein Tag vor Beginn der Schonzeit am 1.Februar war die Gelegenheit günstig. Robert schoss.
Völlig unbeeindruckt ergriffen die 3 Tiere umgehend die Flucht Richtung Obernau. Konsterniert begann der Jäger umgehend die Nachsuche. An der Stelle bei Schussabgabe fand sich keine Blutspur. „Ja, sall ech da dett Lehrgeld zeröggegäh?“ wunderte sich dieser und folgte den Fluchtspuren im Schnee. Vor einem Fichtendickicht endlich ein kleiner Blutleck. („enn Dribbel Schweiß.“) Kurz vor der Grenze zum Owwernäuer lag der prächtige Hirsch mitten im steilen, unwegsamen Dickicht. Ein Meisterschuss. Das Tier muss sofort tot gewesen sein und legte trotzdem noch eine so weite Strecke bergauf zurück.
Mit Hilfe von zwei helfenden Jagdfreunden konnte das schwere Tier geborgen, bei Heideries Schuppen aufgebrochen und auf dem Brämchen nochmals präsentiert werden.
Kein Jägerlatein! Schussgeschick…oder wie Holderbergs Henner früher richtig sagte: „Ett moss aremohl geschosse wärn.“

 

Sex-Unfall am Oberndorf-Backes

Heide Otto aus Deuz , dessen Mutter Berta aus Hoffmanns stammte, erzählte kürzlich eine pikante Story über eine fast missglückte Nachbarschaftshilfe.       

Es ging um tierischen Sex!

Der Reihe nach:

Ein Deuzer Landwirt, dessen Name verschwiegen wird, misstraute den Fähigkeiten des Deuzer Ortsbullen und suchte dringend Abhilfe zur Beglückung seiner „öessichen“ Kuh und zwecks Erzeugung eines guten Kalbes.

Otto wusste natürlich, dass sein Onkel Wilhelm Bullenhalter in Nauholz war und vermittelte eine Paarungsmöglichkeit zum Gentransfer…unbürokratisch und damals noch völlig ohne Internetportal. Ohne großes Aufsehen sollte die Deuzer Kuh dem potenten Nauholzer Bullen zugeführt werden. Das willige Tier wurde über den Berg, durch die „Zäjemich“ und den weinig frequentierten Weg bei „Dangos Hütte“ ins Nauholztal geführt. Das schräge Gewann neben dem Oberndorf-Backes sollte dem bereitstehenden Bullen quasi als Sprungbrett dienen.

War es die Unerfahrenheit der Deuzerin, war es die stürmische Libido des Nauholzers oder doch die Widrigkeit des Geländes... „Sie feele ömm onn lauwe oll zwoo omm Wäch!“ Bestürzt starrten der Deuzer Bauer und  der Nauholzer Bullenhalter auf die bizarre Szenerie der zwei unglücklich sich wälzenden Tiere. Nur Otto brach in schallendes Gelächter aus.

Wie leicht hätte der viehische Sexunfall für ein oder auch beide Tiere das vorzeitige Todesurteil bedeuten können, vom massiven materiellen Schaden für die Landwirte ganz zu schweigen.

Die Bestürzung wich großer Erleichterung als sich beide Tiere wieder aufrappelten und offensichtlich unverletzt waren. Sogar der sexuelle Appetit hatte keinen Schaden genommen. Nach kurzer Verschnaufpause kam es dann doch noch zum Äußersten…mit Erfolg!

Das Deuzer Jongedenge wurde als Augenzeuge des Geschehens eindringlich zur Verschwiegenheit ermahnt. „Mr sähn nix!“

Dez. 2016