Ortsschild
Nauholz lebt:  weitere Anekdoten

Frivoler Ehe-Tipp

Der für seine „Vrdorweheide“ bekannte Hoffmanns Wilhelm schockierte einst eine offensichtlich frustrierte Ehefrau aus D. mit einem handfesten Ratschlag zur Vitalisierung ihrer offensichtlich brachliegenden Beziehung. Auf die Frage, was man denn tuen könne, wenn es einem in der Ehe langweilig werde, hatte Wilhelm einen brachialen Tipp für den Ehemann: „Da nemmt mr e Pitzeröddche  onn schwarded ähr mo dedd Fäll.“

 

Nauholzer Schüler-Mobbing

Die Evangelische und die Katholische Volksschule in Brauersorf lagen neben-einander und der Schulweg nach Nauholz war pro Strecke ca. 3 km lang. Kein Wunder, dass der lange Fußweg für Schulkinder oft Gelegenheit für unbeobach-teten Unsinn bot – in heutiger Zeit der Helikoptereltern und Elterntaxis kaum mehr vorstellbar.

Fuhrmanns Gerda erinnert sich an einen Streich, den sie einst Möllersch Fredi spielte. Stings Otto aus Walpersdorf hatte wieder „Dänneholz“ abgefahren und dessen Pferd hatte Äpfel auf dem Asphalt hinterlassen. Zwei dieser anrüchigen Kotballen wurden „im Wöschklärd“ verpackt und heimlich in Fredis Ranzen gesteckt. Kurz vor Erreichen des Nauholzer Oberdorfs überkam Gerda und eine Mitschülerin Reue und Skrupel.  „Schösse uss! Mir wärn geschannd!“  Also landeten die Köttel wieder auf der Straße. Brav!                                          Anders endete die Sache einst mit Wickels Hermann, den wir im tiefsten Winter unterhalb der Eichewassers Kurve „so einfach zomm Schbass“ die Böschung zum halbzugefrorenen Bach hinuntergesch… aber das ist eine andere Geschichte.

Kriegsschrecken: under fire am Schmeddhää

Drei 15jährige waren mit ihren Fahrrädern in Netphen zur Berufsberatung gewesen und nun auf dem Rückweg in Brauersdorf / Höhe Schmidthain, dort wo an der Steigung oft die Straße von Schnecken bedeckt war.

Plötzlich näherten sich britische Tiefflieger mit aufröhrendem Lärm. Sommer 1944. „Sie komme ronner, awer sie hann nedd geschosse.“ Trotzdem reagierten Fuhrmanns Gerda, Heipels Agnes und Krämersch Anni völlig richtig. Sie suchten Deckung im Straßengraben. Tief geduckt hörten sie das andauernde Heranfliegen der Flugzeuge.

Schließlich war es Fuhrmanns Gerda, welche in Panik geriet. Noch über 70 Jahre nach den Ereignissen spürt man den Schrecken, welche die junge Bauerntochter ergriff. In irrer Geschwindigkeit schwang sie sich auf ihr Rad und raste die restlichen 2 km nach Hause. Mutter Martha schloss die Tochter in die Arme und anschließend geschah Seltsames:

Die streng-protestantische Abstinenzlerin kramte aus einem Schrankfach eine Flasche Schnaps hervor und ermunterte ihr minderjähriges Töchterlein zum Konsum von Hochprozentigem. „Sie hadde dä irgendwie i dr Hennrhand.“

Agnes und Anni kamen auch gut wieder heim!