Ortsschild
Nauholz lebt:  Historie

Nauholz lebt

Die kleine Ortschaft NAUHOLZ musste 1968 dem Bau der Obernautalsperre im Siegerland weichen. Damals wurden sämtliche Anwesen (z.T. sehr schöne Fachwerkhäuser) im Rahmen von - aus heutiger Sicht eher makabren - Feuerwehr-Übungen "warm abgebrochen". Die Anwohner von Nauholz (rd. 120) und den ebenfalls betroffenen Ortschaften Obernau und Brauersdorf (teilweise) übersiedelten überwiegend in die nähere Umgebung (u.a. Netphen, Deuz).

Heute existiert als einzige offizielle Nauholzer Organisation noch die Waldgenossenschaft Nauholz, welche die Bewirtschaftung des in Genossenschaftsbesitz befindlichen Waldes ("Hauberg") betreibt. Jährlich findet ein Treffen der Anteilseigner beim 1993 neu errichteten Lagerschuppen "Auf dem Brämchen" statt ("Brämchesfest"), das abwechselnd von der Waldgenossenschaft und dem Jagdpächter ausgerichtet wird. 1988 (20 Jahre) und 1993 (25 Jahre) fanden Treffen aller ehemaligen Nauholzer "Ur-Einwohner" statt.

 

Die alte Dorfansicht (vermutlich gegen Ende der 50er Jahre aufgenommen) zeigt die idyllische Ortschaft am Ende des Nauholzbachtals mit der für das Siegerland typischen Fachwerksbebauung. Bis zur erzwungenen Umsiedlung waren Land- und Forstwirtschaft die Haupterwerbsquellen der Nauholzer Einwohner.

 

 

 

 

Die Planungs- und Konzeptionsphase der Obernautalsperre begann Ende der 50er Jahre.

Die Obernautalsperre wurde in Folge des sogenannten Trockensommers 1959 konzipiert, um als Wasserreservoir zu dienen. In ersten Planungsstufen war nur das Obernautal als Talsperre vorgesehen (daher auch der Name).

Zunächst war nur eine Brauchwassertalsperre vorgesehen, die durch das Aufstauen des Obernautals entstehen sollte. In Nauholz wurden daraufhin bereits Umbaumassnahmen in Richtung Tourismus (Übernachtungsmöglichkeiten etc.) eingeleitet.
Spätestens 1964 war nach einem langen hin und her klar, dass auch Nauholz dem Bau der Talsperre (nun als Trinkwassertalsperre) weichen musste. Daraufhin begann die aus heutiger Sicht recht fragwürdige Umsiedlungsaktion.
 

 

1994 wurde im ehemaligen Dorfmittelpunkt ein offizielles Nauholz-Ortschild aufgestellt, um an die Nauholzer Dorfgeschichte zu erinnern.

Darüber hinaus gibt es den Glockenturmverein Brauersdorf/Obernau/Nauholz, der sich der Erhaltung des mit den ehemaligen Dorfglocken der drei Ortschaften ausgestatteten, neu errichteten Glockenturms in der Nähe des Staudamms der Obernautalsperre widmet.